Überall „Außeridisches" - und was dahinter stecken könnte
Eine Reflexion
von Martin Marheinecke
 
Wohin man auch sieht - überall sind Außerirdische. Ob es „da draußen" auch „echte" Außerirdische gibt, lasse ich einmal dahingestellt - in Film, Fernsehdokumentationen, Fernsehserien, Sachbüchern, Romanen, Computerspielen und in der Werbung sind sie jedenfalls nicht zu übersehen. Sie sind „in".

Weshalb gibt es den Extraterrestrier-Boom? Sehen wir uns zunächst einmal die Gründe an, die von „E.T.-Skeptikern" angeführt werden.
 

Alles Mode - oder was?
    Am häufigsten hört man, daß das alles nur eine Modeerscheinung sei. Für Moden ist typisch, daß sie so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Gestern waren die Dinos „in", heute sind mal wieder die UFOs dran. Beim näheren Hinsehen zeigt sich, daß das Interesse an Außerirdischen - und die Überzeugung, daß sie wirklich existieren - in den letzten 50 Jahren zwar konjunkturellen Schwankungen unterlagen, ein genereller Aufwärtstrend aber nicht zu übersehen ist.

    Grenzwissenschaftliche Themen und Sensationstheorien, die in den Massenmedien präsent sind, lassen sich in der Regel einem von drei Typen zuordnen:
     

  • Die „Dauerbrenner" die über Jahre hinweg auf einigermaßen konstantes Interesse treffen, aber nur selten Schlagzeilen machen (typisches Beispiel: Atlantis).
  • Die „Strohfeuer" (z. B. der „Löffelbieger-Boom" in Folge Uri Gellers in den 70er Jahren), die einige Zeit heftig durch die Presse geistern, dann aber schnell und gründlich verschwinden.
  • Die „Sommerloch" -Themen, wie das legendäre Ungeheuer von Loch Ness, die kaum jemand ernst nimmt.

  • Anders die Außerirdischen: Sie treffen seit ca. 1946 auf stetig wachsendes Interesse, sie waren seitdem niemals wirklich „out", und sie werden von einem auffallend großen Teil der Bevölkerung ernst genommen. Ihr „Trendverhalten" entspricht damit eher Themen wie „Umweltschutz" oder „alternativer Medizin" als den typischen Modethemen. 
    Mehr noch: Die Haltung der meisten Wissenschaftler gegenüber extraterrestrischer Intelligenz schwenke in einem kurzen Zeitraum von leicht belustigter Vernachlässigung zu aufgeschlossener Neugier. Dieser Paradigmenwechsel vollzog sich vor allem Ende der 50er Jahre, es dauerte, wie üblich, allerdings einige Jahre, bis er in die breite Öffentlichkeit durchsickerte.

Mit beiden Beinen auf der Erde
In einem haben die Skeptiker recht: UFO-Sichtungen können in fast (!) allen Fällen durch mangelndes Wissen der Beobachter über Himmelserscheinungen, Wichtigtuerei, mehr oder weniger dummen Scherzen, Geschäftemacherei, gezielter Desinformation, gestörtem Wahrnehmungsvermögen oder quasi-religiöser Hysterie erklärt werde. Bliebe auch für Erzskeptiker die Frage nach der tieferen Ursache. Und in der Tat gibt es eine ganze Reihe guter, rationaler, mit beiden Beinen auf der Erde stehende, Argumente dafür, wieso die Außerirdischen „geistige Landeerlaubnis" erhalten konnten.
Das für die außerirdischen Besucher günstige geistige Thema wird sicher durch diffuse Ängste vor der Technik bestimmt. Die Wissenschaftspublizisten Ortoli und Witkowski wiesen darauf hin, daß UFOs und Atombombe etwa zeitgleich Pressethema wurden. Sie sehen in den Berichten über UFOs die Sehnsucht nach einer außenstehenden Macht, die eine bedrohlich gewordene Wissenschaft beherrschen kann. Zeiterfahrungen (die ersten Raumflüge zum Beispiel), verdrängte Ängste (vor allem vor dem Atomkrieg) oder die Projektion irdischer Denkmuster (das Thema „Invasion" hatte in der kältesten Zeit des kalten Krieges Konjunktur) halten das Interesse an Außerirdischen wach.
Andere Publizisten sehen die UFOs eher im Zusammenhang mit religiösem Denken : Die modernen theologischen Vorstellungen werden immer abstrakter. Also wenden sich die Menschen von den etablierten Religionen ab und „Göttern zum Anfassen" zu - z. B. irdischen Gurus oder außerirdischen Besuchern.

Einen breiten Raum in der Argumentation der Skeptiker nimmt das Wunschdenken ein, dem nicht nur die „UFO-Gläubigen", sondern auch seriöse Wissenschaftler, die z.B. mit Radioteleskopen nach außerirdischer Zivilisationen suchen, unterliegen würden. Dabei gäbe es nicht nur „positives Wunschdenken", also den Glauben an die Freunde aus dem All, sondern auch ein „negatives Wunschdenken" - also die Angst vor außerirdischen Eroberern.

Natürlich kann ich hier nicht auf alle skeptischen Erklärungsversuche für den anhaltenden Außerirdischen-Boom eingehen. Einer der interessantesten: Außerirdische sind ein Ablenkungsmanöver.

Der Astrophysiker Dr. Eberhard Kepler , vielen sicher wegen seiner kritischen Äußerungen zur bemannten Raumfahrt bekannt, erklärt sich so den „Rummel" über die in vom Mars stammenden Meteoriten angeblich gefundenen Lebensspuren und um andere Indizien für „Leben im All". Ihm zufolge hat dieser „Weltraumzirkus" eine ähnliche Funktion wie die umfangreiche Sportberichterstattung und die vielen Klatschmeldungen in den Medien. Sie lenken die Menschen erfolgreich von den wirklichen Problemen und Mißständen in der Ökologie, in der Wirtschaft, in der Politik ab.
Das Argument ist nicht neu. In der „Science Fiction Times" konnte man schon 1970 in einem Kommentar zu „Die Delegation", Rainer Erlers Fernsehspiel über außerirdische Besucher, lesen:
„(Erler bietet) all jenen ein Alibi, die ihr schlechtes Gewissen... und Ahnen um die falschen Dinge in der Welt... verdrängen... (da es ja)... Mächte und Dinge gibt, die sich ohnehin nicht beeinflussen lassen - Extraterrestrier beispielsweise."

Manchmal ist Skepsis gegenüber Skeptikern angebracht
Alle diese skeptischen Argumente haben zweifellos viel für sich und können einen großen Teil des Interesse an Außerirdischen gut erklären. Sie sind außerdem durchaus redlich. Es gibt aber auch weniger redliche Skeptiker.
Vor einigen Jahren las ich in einer großen Illustrierten zum Thema „Aberglauben", daß rund 70 % aller Deutschen an Außerirdische glauben würden. Der Punkt dabei war, daß die Umfrage nicht zwischen jenen, die einfach nur von der Existenz außerirdischer Zivilisationen überzeugt waren, und jenen, die glaubten, daß UFOs ständig und überall landeten, differenzierte. Das übergeordnete Thema „Aberglauben in Deutschland" verstärkte noch die polemische Wirkung.

In dem Buch: „Religionen, Sekten, Seelenfänger" konstruiert Autor Hans-Otto Wiebus eine Verbindung der größte deutsche Ufologengesellschaft, der „Deutsche Ufo-Studiengesellschaft (DUIST) zur rechtsradikalen Szene. Die DUIST ist Mitglied der Hermann-Oberth-Gesellschaft, einer renommierten Vereinigung von Raumfahrtwissenschaftlern und -Ingenieuren. Der Raumfahrtpionier Hermann Oberth war Ehrenmitglied der „Deutschen Ufo-Studiengesellschaft". Er war an der Entwicklung der V2 beteiligt und in den 60er Jahren einige Zeit lang Mitglied der NPD. Also: Daraus, daß man Oberth mit einigem Recht rechtsradikal nennen könnte, folgt, daß die DUIST von braunen Kräften unterwandert ist. (Aus Wiebus Argumentation würde nebenbei folgen, daß über dem Umweg über die Hermann-Oberth-Gesellschaft die gesamte deutsche Luft- und Raumfahrt rechtsextremistisch unterwandert wäre.)

Wer sich mit dem Thema außerirdische Zivilisationen auseinandersetzt, merkt schnell, wie sehr die gesamte Argumentation in der Luft hängt. Es gibt wenige Fakten, aber viele Mutmaßungen. Beispielsweise geht die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben im All ist, an den (anerkannten) Tatsachen vorbei. Das gilt auch für die berühmte „Green Bank Formel" - sie ist bestenfalls eine Hilfe beim Schätzen. Ohne auch nur ein zweites Beispiel kann man keine Wahrscheinlichkeitsrechnung betreiben. Jede Schätzung auf diesem Gebiet enthält stillschweigende Annahmen, ist bei Licht betrachtet eine mehr oder weniger gut begründete Meinungsäußerung. Das gilt nicht nur für die Schätzungen der E.T.-Enthusiasten, sondern auch für die Argumentationen der Skeptiker.

Ein drastisches Beispiel: Der amerikanische Physiker F. J. Tipler argumentierte folgendermaßen gegen die Existenz außerirdischer Zivilisationen: Wenn die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Zivilisationen überhaupt nennenswert groß ist, dann müssen schon lange vor uns zahlreiche solche Zivilisationen entstanden sein. Jede Zivilisation, die die interstellare Raumfahrt entwickelt hat, wird sich kurz über lang die Galaxis ausbreiten. Deshalb würden, wenn es überhaupt außer uns technische Zivilisationen gäbe, längst Außerirdische auf der Erde gelandet sein. Dies offensichtlich noch nicht geschehen. Ergo gäbe es keine außerirdischen Zivilisationen, mit denen wir z. B. per Funk in Kontakt treten könnten.
Diese Argumentation war immerhin überzeugend genug, daß der US-Kongreß sie als eine der Begründungen dafür anführte, dem offiziellen SETI-Projekt, in dem mit Radioteleskopen nach Funksignalen außerirdischer Zivilisationen gesucht wurde, 1993 die Mittel zu entziehen.

In einer Fernsehdiskussion argumentierte ein UFO-Skeptiker genau anders herum: Damit eine hypothetische außerirdische Zivilisation überhaupt eine realistische Chance hat, unter all den abermilliarden Sonnensystemen ausgerechnet uns mit ihren Raumschiffe zu finden, müßten sie Millionen interstellare Raumschiffe in Dienst stellen. Das würde die Ressourcen jeder noch so fortgeschrittenen Zivilisation überfordern. Deshalb sei es auszuschließen, daß hinter den UFOs genannten Erscheinungen irgendwelche Extraterrestrier stecken könnten.

Wie man sieht, sind an den Haaren herbeigezogene Hypothesen keine Spezialität der UFO-Anhänger. Es ist geradezu atemberaubend, wie viele logische Fehler und durch nichts gerechtfertigte Annahmen man in einer Argumentationskette unterbringen kann, ohne daß es die meisten Zuhörer überhaupt bemerken.

Skepsis ist immer angebracht - auch gegenüber den „Skeptikern"!

Sind wir eigentlich normal?
Auch ohne den soliden Boden der etablierten Wissenschaft zu verlassen, finden sich viele Gründe dafür, an Außerirdische zu glauben.

Kaum ein Anhänger der Idee, daß wir mit Außerirdischen in Kontakt treten könnten, verzichtet auf die „naturphilosophische Begründung" für die Existenz extraterrestrischer Zivilisationen. Die kopernikanische Wende hat uns Menschen aus dem Mittelpunkt des Universums gerückt; wir leben auf einen ganz gewöhnlichen Planeten, der um einen ganz gewöhnlichen Stern kreist. Dann beraubte uns die Evolutionslehre der Vorstellung, die Krone der Schöpfung zu sein. Da wir außerdem wissen, daß das Universum gewaltig groß ist und unzählige Galaxien enthält, und daß überall die gleichen Naturgesetze gelten, muß sich die Vermutung aufdrängen, daß wir im Universum nicht allein sind. Anders ausgedrückt: Wer glaubt, wir seien die einzigen Bewohner des Alls, fällt in vorkopernikanisches Denken zurück.

Falsch, meinte der deutsche Evolutionsbiologe Heinrich K. Erben Anfang der 80er Jahre. Wer sich ein bißchen mehr Gedanken über die Entstehung und Entwicklung des Lebens machen würde, würde erkennen, wie unwahrscheinlich allein schon die Entstehung des Lebens selber war. Die Wahrscheinlichkeit, daß all die oft zufälligen Ereignisse, die letztlich zur Entstehung der Menschheit geführt hätten, sich irgendwo im Universum noch einmal abgespielt hätten, sei gleich Null. Erbens Argumentation hat sich u. A. die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (die deutsche Sektion der CSIOP) angeschlossen.

Erben ist ein guter Biologe und unbestritten ein guter Sachbuchautor. Aus seinem Buch „Außerirdische Intelligenz? - Die Antwort der Evolutionsbiologie" wird allerdings auch deutlich, daß er Anhänger des klassisch-mechanistischen Denkens ist. Er lehnt - in manchmal polemischen Tönen - längst etablierte „Standards" der Naturwissenschaft ab, so die „Kopenhagener Deutung" der Quantenphysik und die Wissenschaftstheorie des Philosophen Karl R. Popper. Dafür beklagt er den Hang zum „mystischen Denken", der angeblich auch unter Naturwissenschaftlern um sich greifen würde.

Er - und viele „E.T.-Skeptiker" - setzen voraus, daß allein der blinde Zufall und die uns bekannten Naturgesetze den Gang der Entwicklung des Lebens bestimmen. Es gäbe keinen Anlaß, uns unbekannte Naturgesetze anzunehmen. Sie setzen weiterhin stillschweigend voraus, daß es nur eine mögliche Form des Lebens und nur eine mögliche Form der technischen Zivilisation gäbe.
Von der wissenschaftlichen Methodik her ist das ein „sauberer" Weg - aber einer, der auf unbekanntem Gebiet nicht weiterführt. (Man nennt diese Wissenschaftsphilosophie, die nur das positiv Nachgewiesene gelten läßt, Positivismus . Der Physiker Ernst Mach, der „Prototyp" des Positivisten, z. B. lehnte Ende des 19. Jahrhunderts die Atomtheorie ab, da noch niemand je ein Atom gesehen , also positiv seine Existenz nachgewiesen hätte.) Für eine realistische Abschätzung der Chancen für außerirdische Zivilisationen dürfte der positivistische Ansatz ungeeignet sein.
Etwas überspitzt gesagt ist Erben außerhalb seines Fachgebietes ein Außenseiter, der das wissenschaftliche Weltbild des späten 19. Jahrhunderts tapfer verteidigt.

1980 erwähnten James S. Trefil und Robert Rood in ihrem Buch „Are We Alone?" (dt. „Sind wir allein im Universum?"), daß seit der kopernikanischen Wende die Hauptstoßrichtung der Wissenschaft darauf hin zielte, die Erde als einen immer durchschnittlicheren Ort im Universum anzusehen. Seit etwa 1960 schien sich diese Richtung zum ersten Mal seit über 500 Jahren umgekehrt zu haben. Es sei buchstäblich so, daß alles, was zwischen 1960 und 1980 entdeckt worden war, dazu angetan war, die Möglichkeit einer Berührung mit anderen Lebensformen zu verringern. 
Einige Beispiele: Man wußte 1960 noch nichts über die möglicherweise entscheidende Rolle, die der große Mond der Erde für die Entstehung des Lebens hatte. Sonnensysteme entstünden vielleicht nur durch Supernovae - und seien entsprechend selten. Die durch Raumsonden gewonnen Erkenntnisse schienen alle optimistischen Vorhersagen über Leben im All Lügen zu strafen. Nichts war es mit den Sümpfen der Venus, dem Pflanzenwuchs auf dem Mars, der „lebensfreundlichen Zone" in der Jupiteratmosphäre. Trefil und Rood stellten die Prognose, daß in den nächsten Jahrzehnten der optimistische Schätzwert für die Gesamtzahl der Zivilisationen in unserer Galaxis ständig sinken würde.
Inzwischen sind wiederum fast 20 Jahre seit „Are We Alone" vergangen, und es zeigt sich, daß Trefil und Rood mit ihrer Vermutung unrecht hatten . Von 1995 bis Ende 1997 wurden mindestens zwölf extrasolare Planeten nachgewiesen, alle in unserer „unmittelbaren Nachbarschaft". Damit dürfte der heutige pessimistische Schätzwert dafür, daß ein Stern Planeten hat, den zurückhaltenden Schätzwert von 0,1 (jeder zehnte Stern hat Planeten) übertreffen, von dem Trefil und Rood 1980 ausgingen. Er rückt in die Nähe ihres optimistischen Schätzwertes von 0,3 Planetensystemen pro Stern. Es gibt nicht wenige Astrophysiker, die meinen, daß die Entstehung eines Planetensystems notwendige Folge der Entstehung eines Sterns ist. Das heißt, der optimistische Wert von heute ist 1 - alle Sterne haben Planeten. (Nach neusten Beobachtungen entstehen Planeten sogar in Doppelsternsystemen.) Es hat sich gezeigt, daß Leben auch unter Umständen existieren kann, die man 1980 noch für völlig lebensfeindlich hielt. Auch Wasser kommt weitaus häufiger vor als erwartet (sogar auf dem Mond), komplizierte organische Verbindungen wurde in interstellaren Gaswolken gefunden - die Liste ist lang.
Noch länger wird die Liste, wenn man das Gebiet der „gesicherten Erkenntnisse" verläßt. Viele neuere Hypothesen - die Selbstorganisation der Materie, das anthropische Prinzip, die Gaia-Hypothese, um ein paar Schlagworte zu nennen - würden, wenn sie zuträfen, die Chancen für Extraterrestrier stark erhöhen. Selbst die Möglichkeit der Verständigung über interstellare Entfernungen hinweg würde buchstäblich im neuen Licht erscheinen, wenn Informationen doch überlichtschnell übertragen werden können. Zumindest könnte ein Experiment des Physikers Dr. Günther Nimtz in diese Richtung deuten - und zwar ohne in Widerspruch zur Relativitätstheorie zu geraten.
Es ist also eigentlich kein Wunder, daß das Interesse an Außerirdischen wächst.
Was meinen die „UFO-Gläubigen"?
Wandel des wissenschaftlichen Weltbilds hin, UFO-Beobachtungen Tausender garantiert unesoterischer Bürger her - mit nichts kann man sich nach wie vor so schnell den Ruf einhandeln, ein Spinner zu sein, als mit dem Bekenntnis, man glaube an außerirdische Besucher.
Tatsächlich gibt es unter den „UFO-Freaks" erstaunlich viele Menschen mit einem Hang zu voreiligen Schlüssen und großangelegten Verschwörungstheorien. Entsprechend viele Eiferer und Sektierer findet man in dieser Szene. Skeptiker, die darauf hinweisen, vergessen gerne, wie breit das Meinungsspektrum unter den UFO-Anhängern wirklich ist. Es gibt „kritische Ufologen", die im Grunde genommen nur einen unbekannten Phänomen auf die Spur kommen wollen und vielen „UFO-Beobachtungen" äußerst skeptisch gegenüberstehen (hier sei nur die „Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens", GEP, und, nicht ganz so kritisch, die MUFON-CES, erwähnt). Es gibt aber auch Ufologen, die mit blindem Eifer an die „Retter" oder (seltener) die „Feinde" aus dem All glauben. Und es gibt das ganze Spektrum dazwischen.

Die Erklärungen für den Extraterrestrier-Boom, die in der UFO-Szene kursieren, sind entsprechend breit gefächert.

Eher esoterisch denkende Fans der Außerirdischen (ich denke hier speziell an die „Plejaden-Freunde") bringen den Boom mit der direkten heimlichen Einflußnahme ihrer Freunde aus dem All in Verbindung. Es handele sich sozusagen um „Entwicklungshilfe" einer überlegenen Zivilisation. Andere gehen noch weiter und begeben sich in das Fahrwasser der „Endzeitsekten". Eine große Katastrophe stehe kurz bevor - nur weniger Auserwählte würde mittels UFO gerettet. Wieder andere sehen die Aliens in einem nicht so freundlichen Licht: Die Erde sei schon längst von feindlichen Außerirdischen unterwandert und dabei, erobert zu werden. Einige Menschen seien hinter das schreckliche Geheimnis gekommen, und würden versuchen, die Wahrheit zu verbreiten. Da sie eine Panik vermeiden wolle und um die Invasoren nicht auf sie aufmerksam zu machen, würden sie ihre Warnungen z. B. in Fernsehserien verstecken.

Zugegeben, die Invasions-Paranoiker sind eher selten (wenn auch lautstark). Die Grundidee der „versteckten Botschaft" gehört allerdings fast zur geistigen Grundausstattung der E.T.-Enthusiasten, auch z. B. der „Ancient Astronaut"-Anhänger, denen zufolge seit Jahrtausenden Außerirdische die Menschheit beeinflussen.

Sehr viele „UFO-Fans" meinen, der E.T.-Boom sei darauf zurückzuführen, daß „man" uns schonend mit der Anwesenheit Außerirdischer vertraut machen möchte.
Die typischen Spekulationen übereifriger Verschwörungstheoretiker?
Es gibt immerhin Indizien, die diese anscheinend abenteuerliche Idee untermauern - und die Anhänger der „UFO-Verschwörung" sind eifrige Indiziensammler. Leider lassen sich die meisten dieser Indizien weder bestätigen noch widerlegen. Wenn sie sich ausnahmsweise doch einmal voll bestätigen lassen, kann man sie unter „irrelevant" abheften. Es besagt wenig, wenn von den letzten vier Präsidenten der USA immerhin zwei (Carter und Reagan) offen zugaben, an UFOs zu glauben. Auch daß der Oberkommandierende der ungarischen Luftwaffe öffentlich sagte, daß es außerirdische Flugobjekte gäbe und sie ständig beobachtet würden, ist wenig relevant. Hohe Ämter schützen bekanntlich nicht vor Irrtümern. Daß es in den USA ein Bundesgesetz gibt, das den Kontakt mit Außerirdischen unter Strafe stellt (Title 14, Section 1211, Code of Federal Regulation, July 16, 1969) besagt strenggenommen wenig, wenn man sich die Flut alberner, überflüssiger und wenig durchdachter Gesetzte - auch und gerade bei uns - zur Gemüte führt.

Liegt die „Wahrheit" nicht „dort draußen", sondern vor unseren Augen? Eine Spekulation
Eines der Indizien fasziniert mich, wie ich zugeben muß, außerordentlich - vielleicht, da ich als langjähriger „SF-ler" Spaß am Querdenken habe. Das „Geheimnis" ist scheinbar so selbstverständlich, daß wir es normalerweise nicht sehen . Irdische Mächte importieren heimlich außerirdische Technologie. Meistens wird in diesem Zusammenhang der „Tarnkappenbomber" der USA genannt - oder die Gentechnik.
Ein kleines Gedankenexperiment: Wie würde eine Zivilisation aussehen, die auf einigen Gebieten die Erzeugnisse eine technisch weit höher stehenden Kultur übernimmt? Dafür gibt es Präzendenzfälle in der sogenannten Dritten Welt. Typisch ist das Nebeneinander von nicht zueinander passenden oder notdürftig passend gemachten Technologien (Einbaum mit Außenborder), die Hilflosigkeit und das Unverständnis gegenüber der fremden Technik, die sehr schnelle Veränderung der materiellen Kultur - die „Primitiven" werden regelrecht überrannt.
ypisch ist auch, daß einheimische Eliten die Hand auf die moderne Technik halten, um ihre Machtposition zu stärken: Zuerst wird die Armee mit modernen Waffen ausgerüstet, dann erhalten die Günstlinge der Machthaber moderne Technik (z. B. in Form von Luxusautos, in „aufgeklärteren" Regimes auch in Form moderner Fabriken), daneben gibt es einige Prestigeprojekte. Ganz am Schluß stehen die Bedürfnisse des einfachen Volkes - übrigens ganz im Sinne der in der Regel ausbeuterischen Technologielieferanten aus der „Ersten Welt". Gäbe es außerirdische Technologielieferanten, müßten wir nach den Gegenstücken des „Einbaums mit Außenbordmotor" suchen.

Vielleicht sitze ich gerade an so einem „Einbaum". Ich meine meinen Computer. Seine Energieversorgung erfolgt mittels einer doch recht dürftigen Technik: Unsere Kraftwerke sind modifizierte Dampfmaschinen, kombiniert mit einer Art übergroßen Fahrraddynamo. Zur Übertragung von elektrischem Strom werden einfach Drähte durch die Landschaft gespannt. Auch die meisten Peripheriegeräte meines PCs sind eher herkömmliche, zum Teil sogar primitive Technik - keinen Elektroingenieur und keinen Elektroniker des Jahres 1948 würden sie in Erstaunen versetzen. Anders die Kernkomponenten meines PCs - Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte, CD-ROM-Laufwerk. Sie geben mir in ihrer Funktionsweise zwar keine Rätsel auf, jedoch sind diese Komponenten im Vergleich zum „Rest" erstaunlich verfeinert und entwickelt.

Extrem schnelles Entwicklungstempo ist an sich nichts Ungewöhnliches für „große" Erfindungen.. Einige Jahre nach der Grunderfindung ist das Innovationstempo immer hoch. Es flacht aber ab. Nach einiger Zeit - in den meisten Fällen nach etwa 20 Jahren - ist die Erfindung ausgereift - es gibt nach wie vor Verbesserungen, aber sie betreffen eher Details. Schließlich ist die Erfindung so ausgereift, daß sie sich kaum noch verändert - es sei denn im Design. Egal, ob beim Auto, beim Flugzeug, beim Fernsehen, bei der Eisenbahn, bei der Rakete, bei der Kunststoffproduktion oder bei der Waschmaschine - der Innovationszyklus aller Erfindungen verläuft grundsätzlich gleich und unterscheidet sich allenfalls durch sein Tempo.
Es gibt aber seit etwa 50 Jahren einige wenige, aber bezeichnende Ausnahmen von dieser Regel. Diese Technologien kommen sozusagen mit einem hohen Reifegrad „zur Welt", dennoch werden sie mit enormen Tempo weiter verbessert, und das Innovationstempo läßt mit den Jahren nicht, wie gewöhnlich, nach - im Gegenteil, es steigert sich ständig. Zu diesen „paradoxen" Technologien gehören die Mikroelektronik, die Gentechnik, die Laseroptik und seit neuestem die Nanotechnologie.

Daneben häufen sich in den letzten Jahren Entdeckungen und Erfindungen, die anscheinend nicht „von dieser Welt" sind, da sie die üblichen Erwartungen, was „technisch möglich" sei, kraß Lügen strafen. Manche dieser „unmöglichen" und unerwarteten Neuerungen werden anerkannt. Für einige gab es sogar Nobelpreise, wie für die Erfindung des Raster-Tunnel-Mikroskopes, mit dem sich einzelne Atome untersuchen lassen, oder für die Hochtemperatur-Supraleiter. Andere bleiben „Außenseiter-Phänomene", die von der „Scientific Community" (noch?) nicht anerkannt werden, so die überlichtschnelle Informationsübertragung im Quantentunnel, die Möglichkeit, mit Magnetfeldern das Wachstum von Gewebe zu beeinflussen oder die Gravitationskontrolle mittels supraleitender Materialien.

Eher jemand jubelt: „Das ist der Beweis!", sollte er sich zwei Tatsachen ins Gedächtnis rufen: Gerade unter den „Sensationsentdeckungen" der letzten Jahre gab es viele Flops - Stichwort „Kalte Kernfusion". Voreiliges Publizieren nicht verifizierter Forschungsergebnisse, Wunschdenken und Geltungssucht, manchmal auch krasse Fehlinterpretation der Forschungsergebnisse zeigen, daß auch Wissenschaftler nur Menschen sind und „zeugen" immer wieder „Enten". Nach einigen Schätzungen kommen auf jede echte „Sensation" drei „Totalflops".
Die zweite Tatsache ist, daß es nicht den geringsten Hinweis auf „außerirdische Einflußname" gibt. Prof. Gerd Binning , der Erfinder des Raster-Tunnel-Mikroskopes z. B. amüsiert sich köstlich über solche Spekulationen. Der Weg einer „ungewöhnlichen" Erfindung oder Entdeckung unterscheidet sich in nichts von einer „normalen": Jemand hat eine gute Idee und geht daran, sie zu verwirklichen, was in der Regel mit vielen Schwierigkeiten und harter Arbeit verbunden ist.
Und wenn Binning und andere nicht ganz die Wahrheit über ihre Inspirationsquelle sagen? Damit sind wir in Prinzip bei jenen angekommen, die glauben, Gene Roddenberry sei durch von „außerirdischen Wesenheiten" gechannelten Botschaften zu „Star Trek" angeregt worden, oder daß Filmen wie „Der Tag, an dem die Erde stillstand" oder „Unheimliche Begegnung der 3. Art" echte Botschaften Außerirdischer zu Grunde lägen. Übrigens gibt es „UFO-Freaks", die dergleichen auch von der deutschen SF-Romansereie „Perry Rhodan" behaupten. (Ich kenne einige der Autoren dieser Serie persönlich - und auch ihre Ansichten über solche „Spinner".)
Wer sind SIE? - Ein zweites Gedankenexperiment
Bei nüchterner Betrachtung rückt die Wahrheit über UFOs und Außerirdische in weite Ferne. Gerade, wer anerkennt, daß die UFO-Beobachtungen zum Teil real sind, und das vieles für die Existenz außerirdischer Zivilisationen spricht, steht vor lauter offenen Fragen. Ob es also die „Anderen" gibt und ob sie „überall" sind, kann ich nicht beantworten. Ich bin allerdings der Ansicht, daß der Glaube an Außerirdische eine reale Grundlage hat - und das unabhängig davon, ob derzeit Außerirdische am Werk sind oder nicht. Wieso?
Wie gesagt, gibt es trotz des stetigen „Aufwärtstrends" konjunkturelle Schwankungen bei Interesse an Außerirdischen. Die gegenwärtige Außerirdischen-Welle ist schon die 6. oder 7. - je nach Zählweise, wobei jeder „Welle" größer als die vorangegangene war. An dem derzeitigen Boom fällt auf, daß - außerhalb der Ufologenkreise - der Trend weg von den „freundlichen" Aliens á la E.T. hin zu einer „Bedrohungs"-Linie geht. Das ist insofern erstaunlich, da viele Kritiker (und auch ich) immer davon ausgegangen waren, UFO-Invasionsphantasien stünden mit dem (verdrängten und verfremdeten) „Kalten Krieg" in Zusammenhang.

Mögliche Gründe hierfür könnten in einem allgemein „rauheren" sozialem Klima, der um die Jahrtausendwende erwarteten „Zeitenwende" oder auch in der bereits erwähnten „Ablenkung der Massen" zu finden sein. Reicht das als Erklärung aus?

Was wäre, wenn „etwas" an der „Bedrohung aus dem All" dran wäre? Und wenn in der SF wirklich „versteckte Botschaften" stecken würden? In der Tat zeigen die „außerirdischen Bösewichter" in der SF eine ganze Reihe auffälliger Gemeinsamkeiten. Ein kleines Gedankenexperiment: Ich versuche, das typische „Profil" der außerirdischen Invasioren aus über 50 Romanen, Fernsehserien und Filme zu diesem Thema, die ein großes Publikum erreichen, herauszudestillieren. Das Ergebnis: Es gibt den „typischen" außerirdischen Feind!
    Die Merkmale der Feinde aus dem All:
     
  •  SIE sind Cyborgs (Mischwesen aus organischen Wesen und Computern) bzw. haben eine auf Cyborg beruhende Technologie.
  • SIE sind durch technische Kommunikationsmittel so weit vernetzt, daß sie eine Art Kollektivwesen darstellen.
  • für SIE ist Menschenwürde irrelevant, das Einzelwesen gegenüber dem Kollektiv ohne Wert
  • SIE sind überaus produktiv im ökonomischen Sinne, ihr primärer ethischer Wert ist die Effizienz
  • SIE arbeiten mit politischen/gesellschaftlichen Autoritäten der Erde zusammen
  • SIE sind keine Eroberer im herkömmlichen Sinne, sondern SIE sehen sich als Bringer des Fortschritts
  • SIE verfügen über mentale Fähigkeiten, die unsere Wissenschaft gemeinhin als „parawissenschaftlich" abtut
  • SIE kennen keine Selbstzweifel und wähnen sich im absoluten und exklusiven Besitz der Wahrheit
  • SIE kennen keine Loyalität gegenüber ihren Helfern; wer als „Werkzeug" nicht mehr taugt, wird „weggeworfen"
  • SIE sind absolut frei vor Skrupeln und Respekt, SIE gehen buchstäblich über Leichenberge.
Ich muß gestehen - über dieses Ergebnis war ich erschrocken. Das Bild der Bösen aus dem All ist, wenn man von oberflächlichen Unterschieden absieht, geradezu stereotyp. Die „BORG" in Star Trek, die „Schatten" in Babylon 5, die „Cantaro" in Perry Rhodan, auch „Darth Vader" in Star Wars, die „Cylonen" in Galactica, die „HIVE" in Dark Skies, die Chicks in „Space - Above and Beyond" und die Invasoren in "Independence Day" entsprechen im großen und ganzen diesem Schema, sie ähneln sich auffällig. Warum setzt sich dieses Alien-Bild fest?
Sicher gibt es keine gemeinsame „Lenkzentrale" für SF-Autoren, und SF-Schreiber, die sich von „gechannelten" Botschaften und paranormalen Erfahrungen anregen lassen, sind seltene Ausnahmen. 
Der Grund, wieso sie zu diesem Alien-Bild greifen, dürfte der sein, daß es besonders unter die Haut geht. Unter die Haut gehen am meisten jene fiktiven Gefahren, die einen Bezug zur erlebten Realität haben. Ein Krimi über einen Kindermörder in unserer Umgebung „schockt" mehr als ein „Häckelbüddelkrimi" über den geheimnisvollen Mörder im Schloß, auch wenn letzterer vielleicht „blutiger" ist. Die größere Publikumsresonanz wird auf alle Fälle der „Kindermörderkrimi" erreichen. Bei den „Invasoren aus dem All" haben wir das selbe Phänomen. Über alberne Wabbelmonster-Aliens amüsiere ich mich vielleicht - „Böse", die mit meinen tatsächlichen Ängsten zu tun haben, sind auf alle Fälle interessanter. Meine persönliche Schlußfolgerung daraus: Die Gefahr ist real!

Ich bin wahrlich nicht der einzige, der das meint. Diese Gefahr sehe ich nicht unbedingt „draußen" im All. Nein, es gibt schon seit Jahren unter Künstlern und Intellektuellen ein starken Unbehagen, an der Art von Zivilisation, die im Moment in Begriff ist, zu entstehen. Dahinter steckt auch kein technikfeindlicher Romantizismus. Dahinter steckt Besorgnis. Sorgen um die brisante Mischung aus Globalisierung, ökonomischen Effizienzdenken, ungeahnten neuen technischen Möglichkeiten mit hohem Mißbrauchspotential, einer zunehmend „virtuellen Wirtschaft", die immer weniger auf der Herstellung und dem Austausch von realen Gütern, als von der Spekulation mit der Spekulation beruht, und ultra-liberaler Marktwirtschaft, dem „Turbokapitalismus".

Der weltumspannenden Uniformität des Denkens und der Ideologie der Globalisierung steht inzwischen eine nicht zu unterschätzenden öffentliche Meinung gegenüber. Sie lehnt sich gegen die „Sachzwänge" auf, und gegen die Propagandamaschinerie zur Durchsetzung der Globalisierung der Wirtschaft. Viele Menschen sind davon überzeugt, daß die Behauptung, es gäbe nur ein mögliches Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, absurd ist und daß es sich dabei um totalitäres Denken handelt. Sie haben weniger Angst vor neuen Technologien, als davor, daß diese unbekümmert und ohne Rücksicht auf Verluste gebraucht und mißbraucht werden. Gemacht wird das, was Profit bringt Dabei wird „nützlich" immer mit „rentabel" verwechselt: "Man" spart am Gesundheitswesen, an der Erziehung, an der Kultur. Ethik ist irrelevant, wenn es um die Rendite geht.

Wer sich gegen diese „globale Shareholder Gesellschaft" und die zunehmende Diktatur der Konzerne widersetzt, merkt schnell, wie er gegen eine Wand aus Gummi läuft: „Sie haben ja im Prinzip recht, aber die Verhältnisse, die sind nun mal so ..."
Hat man Pech, wird man in die Ecke „Sozialismus-Nostalgiker ", „rote Socke", „Sozialromantiker", „Leistungsverweigerer"- aber auch „Reaktionär" oder „Träumer am nationalistischen Kamin"- gestellt. Die wirksamste Propagandamasche besteht darin, daß man Andersdenkenden trickreich zu verdeutlichen sucht, sie stünden mit ihrer Meinung alleine da und seien somit machtlos.

Viele resignieren. Einige rebellieren. Viele werde zu Zynikern. Einige schreiben düstere „Cyberpunk"-Visionen. Andere geben ihren Ängsten in der Form von Invasionsgeschichten Ausdruck.

Ich meine, die Botschaft der UFO-Invasionswelle lautet: „Wollt Ihr einen Planeten sehen, der gerade von den BORG assimiliert wird, braucht Ihr Euch nur umzusehen!"

Und die Botschaften der „freundlichen Aliens"? Sie lauten: „Wir sind nicht allein!" Und: „Es gibt immer Alternativen!"

Martin Marheinecke, März 1998

Erstveröffentlichungen:  WoC 16 (Magazin des SFC Black Hole Galaxie),
OMICRON -  Zeitschrift für Paläo-Seti, Wissenschaft & Grenzbereiche der Forschung, Nr. 12 Ausg. 1/2000 


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